Space Quest: Proletarischer Sci-Fi-Held im Blaumann

Dieser Retro-Artikel beschäftigt sich mit der sehr humorvollen Videospiel-Science-Fiction-Serie Space Quest. Die Adventure-Reihe wurde offiziell in sechs Teilen zwischen 1986 und 1995 von Mark Crowe und Scott Murhpy produziert und von ihrem Arbeitgeber, Sierra On-Line, veröffentlicht.

Die beiden Entwickler lernten sich bei ihrem vormaligen Projekt The Black Cauldron näher kennen und entdeckten ein gemeinsames Interesse: die Science Fiction. Außerdem einte sie ihre große Liebe zu Adventure-Spielen. Scott Murphy wurde ursprünglich sogar nur für den Kundensupport von Sierra On-Line eingestellt, jedoch ermöglichten ihm seine kreativen Fähigkeiten und sein unermüdliches Interesse an Videospielen eine Mitarbeit im Entwicklungsbereich der Firma. Zusammen erstellten die Männer ein Konzept, das sie dem Gründer von Sierra, Ken Williams, präsentierten und das unter dem Namen Space Quest umgesetzt wurde.

Nach der ersten Veröffentlichung im Jahr 1986 zeichnete sich trotz schleppender Begeisterung von Ken Williams schnell ab, dass das Adventurespiel ein großer Erfolg werden würde. Daraufhin arbeiteten Crowe und Murphy gemeinsam an drei weiteren Teilen der Serie. Der fünfte Teil wurde aufgrund eines Umzugs nur von Crowe, der sechste Teil nur von Murphy entwickelt.

Die Reihe stellt eine Parodie auf diverse große Sci-Fi Filme und Serien dar. Beispiele hierfür sind das Titellied von Space Quest, das eine Nachahmung des Titellieds der Star Wars Filme darstellt oder der im ersten Teil vorkommende Sternengenerator, der der Genesis-Technologie aus Star Trek II nachempfunden ist.

Die Geschichte aller sechs Teile folgt dem tollpatschigen Weltraum-Hausmeister Roger Wilco, der unbeabsichtigt immer wieder das Universum rettet. Unser Protagonist wird als fortwährender, immer wieder in Probleme geratender Loser dargestellt, der für seine heldenhaften aber dennoch zufälligen Universumsbefreiungen eigentlich nie gelobt sondern am Ende meist ignoriert oder für während der Rettungsaktion verletzte Vorschriften bestraft wird.

Trotzdem gibt es durch die Serie hindurch eine Entwicklung des Protagonisten. Zum Beispiel wird Roger im Verlauf des Spiels in die StarCon Academy eintreten, die er im fünften Teil erfolgreich beendet. Durch die Ausbildung wird er vom Hausmeister zum Kapitän des Müllfrachtschiffes SCS Eureka befördert (im sechsten Teil verliert er diese Beförderung jedoch wieder, wird zum normalen Hausmeister degradiert und an die äußeren Grenzen des Universums beordert). Im Verlauf der Serie beginnt er auch eine romantische Beziehung mit Beatrice Creakworm Wankmeister, die ihm einen Sohn namens Roger Wilco Jr. schenkt.

Laut den Entwicklern wurde Space Quest unter anderem deshalb so humorvoll konzipiert, um bei den Spielern keine Frustration aufkommen zu lassen. Selbst wenn Roger bei einer Szene zum zwanzigsten Mal stirbt, soll der Spieler immer noch Spaß daran haben. Deshalb gibt es zum Beispiel auch mehrere, äußert humorvolle Möglichkeiten, wie der Protagonist das Zeitliche segnen kann.

Space Quest: The Sarien Encounter war eines der Vorreiterprojekte die zum ersten Mal aufzeigten, dass Videospiele auch als Breitband-Unterhaltungsmedien Potenzial haben können. Durch den Fokus auf den Spielspaß und den Versuch, die Frustrationsgrenze herabzusetzen, verhielten sich Crowe und Murphy wie echte Visionäre. Schlussendlich (und nicht zuletzt wegen der Verbreitung des Computers als Haushaltsbestandteil) wurden Videospiele erst viel später zum Mainstream erklärt, trotzdem legten diese Entwickler die ersten Grundsteine dafür.

Wie heute bekannt ist, gelang mit Space Quest die Kreation einiger wirklich gelungener Adventure-Klassiker, deren sympathischer Protagonist zur Kultfigur mutierte und zum Beispiel von dem britischen Videospielmagazin „Retro Gamer“ im Jahr 2004 unter den „Top Ten Working Class Heroes“ eingereiht wurde. Die ulkige Art und Weise, wie mit dem Thema „Science Fiction“ umgegangen wird, kann vor allem Star-Wars-Fans, Trekies und Anhängern des Towel-Day empfohlen werden. Deshalb raten wir all diesen Individuen dazu, bei der einen oder anderen Gelegenheit doch einmal wieder nach einem Retrospiel zu greifen, und sich nicht von der Grafik abschrecken zu lassen.

Video-Review:


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