Was macht das Gehirn, wenn die eigenen Hände mutieren?

Was passiert, wenn drei Künstler namens Golan Levin, Chris Sugrue und Kyle McDonald zusammenarbeiten? Sie entwickeln eine mit einer Kamera und einem Leap Motion Controller ausgestatteten Box und schreiben ein dazugehöriges Softwareprogramm, um den Menschen aufzuzeigen, wie einzigartig das Gehirn manchmal funktioniert. Das mit dem Namen Augmented Hand Series titulierte Projekt wurde von den drei Artisten am Frank-Ratchye STUDIO for Creative Inquiry entwickelt.

Heraus kam eine Box, in die man seine Hand halten kann. Infolgedessen wird ein mutiertes Echtzeit-Bild in zwanzig verschiedenen Ausführungen auf einen Monitor projiziert. Um nur ein paar Beispiele zu nennen, sehen die Versuchspersonen Bilder der eigenen Hand mit amputierten oder hinzugefügten Fingern oder Bilder von extrem formveränderten Händen (siehe Video).

Das Projekt zeigt auf, dass unser Gehirn manchmal wirklich nicht fassen kann, was es sieht. Die Artisten weisen gegenüber Wired darauf hin, dass vor allem Kinder auf diese Art von Erfahrung reagierten. „They have to look and see if it’s really doing something to their hand because their brain, even for a split second, is going with what the eyes are telling it“, sagt Golan Levin.

Das Vorbildgerät für die Box ist schon seit Jahren in der Kunst und der Medizin im Einsatz. Vor allem in dem Bereich der Phantomschmerzen wird ein ähnliches Prinzip verwendet. Dabei steckt der Patient seine nach der Amputation verbliebenen Gliedmaße in eine Box, woraufhin der fehlende Teil auf einen Bildschirm projiziert wird. Dies kann helfen, die nach der Abtrennung oft auftretenden Schmerzen in einem Körperteil, der eigentlich gar nicht mehr existiert, zu bekämpfen.

Die Schwierigkeit bei der Herstellung eines Bildes, wie es von den drei Künstlern erreicht wurde, liegt in der realistischen Darstellung der individuellen Hand, die sich gerade in der Box befindet. Gelöst wurde das Problem zum Teil durch die gut entwickelte Technik des zum Einsatz kommenden Leap Motion Controllers.

Solche Geräte können nämlich heutzutage die einzelnen Finger einer Hand erkennen und unterscheiden. Dies ermöglicht es den Artisten, die reale Darstellung einer Hand zu erreichen, obwohl sie künstlich verändert wurde.

Laut Aussagen der Künstler soll das Projekt auf ein unscheinbares Körperteil aufmerksam machen, das seit Jahren nicht mehr die Aufmerksamkeit erhält, die es verdient. Die eigentliche Sensation der Augmented Hand Series ist jedoch, wie es eine kleine Box schafft, die Verbindung zwischen dem, was das Auge sieht, dem, was der Körper fühlt und der Art und Weise, wie diese Informationen vom Gehirn verarbeitet werden, zu unterbrechen.

Quelle: http://www.wired.com/2015/01/watch-code-warp-peoples-hands-trippy-visuals/


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