Wissenschaftliche Studie: Zwischen Gewalt in Videospielen und Gesellschaft besteht kein Zusammenhang

Eine wissenschaftliche Studie von U.S.-Psychologe Christopher J. Ferguson erkennt keinen Zusammenhang zwischen gewalttätigen Filmen und der Gewaltbereitschaft der Gesellschaft. Eine weitere Arbeit des Wissenschaftlers zeigt außerdem, dass in den Jahren von 1996 bis 2011 die Anzahl von gewalttätigen Videospielen zugenommen, die Jugendgewalt jedoch sogar abgenommen hat.

In der ersten dieser beiden Studien führte der Forscher Analysen durch, die den Zusammenhang zwischen gewalttätigen Filmen aus den Jahren 1920 bis 2005 und der Gewaltbereitschaft der Gesellschaft messen. Hier findet Ferguson ein erstes Anzeichen dafür, dass Gewalt in Unterhaltungsmedien keinen Einfluss auf reale Gewalt hat, denn es ergibt sich kein Zusammenhang dieser beiden Messgrößen.

In der zweiten Arbeit vergleicht der Psychologe die Gewalt in Videospielen mit der Jugendgewalt. Dafür verwendete er Daten des Entertainment Software Ratings Board (ESRB) der Jahre 1996 bis 2011, die er mit Daten zur damaligen Gewalt unter und von Jugendlichen vergleicht. Auch hier ergibt sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang. Als Videospiele populärer und zahlreicher wurden, nahm die Jugendgewalt sogar ab.

In seinen Forschungsarbeiten kritisiert Ferguson einige Studien von Kollegen. Er merkt an, dass die verwendeten Methoden teilweise für ihn nicht nachvollziehbar waren und dadurch vielleicht falsche Zusammenhänge gemessen und nicht zutreffende Prognosen erstellt wurden.

Er erachtet es als äußerst wichtig, die Auslöser von Kriminalität und Gewalt richtig zuzuordnen und nicht einen zwar günstigeren aber falschen Weg einzuschlagen, wie eine seiner Äußerungen besagt: „This research may help society focus on issues that really matter and avoid devoting unnecessary resources to the pursuit of moral agendas with little practical value.“

Allerdings darf nicht vergessen werden, dass die Studien immer noch statistische Arbeiten sind, die man nicht durch einmalige Publikation als unantastbare Wahrheit ansehen sollte. Könnten andere Forscher mit Analysen diese Ergebnisse bestätigen, würde allerdings einiges darauf hindeuten, dass Ferguson mit seiner Einschätzung richtig lag.

Quelle: http://www.independent.co.uk/life-style/gadgets-and-tech/gaming/longterm-us-study-finds-no-links-between-violent-video-games-and-youth-violence-9851613.html

Literaturnachweis: Ferguson, J. C. (2014): „Does Media Violence Predict Societal Violence? It Depends on Waht You Look at and When.“ Journal of Communication, DOI: 10.1111/jcom.12129


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