Google will mit Hilfe der Cloud-Plattform Genomics den genetischen Code von Autisten entschlüsseln

Diese Woche gab die Gruppe Autism Speaks bekannt, ein Partnerprojekt mit Google zur Sequenzierung der Genome von 10.000 von Autismus betroffenen Menschen und ihren Familien durchzuführen. Google will anschließend die gesammelten Daten für qualifizierte Forscher verwalten und aufbereiten.

Die Erfahrung, die Google in den letzten eineinhalb Jahrzehnten in der Datendurchforstung und Erkennung von Mustern im Internet gesammelt hat, soll dabei sehr hilfreich sein. Rob Ring, einer der führenden Wissenschaftler von Autism Speaks, sagte gegenüber Wire, dass sie die DNA eines Menschen nach Variationen, die auf den genetischen Ursprung von Autismus hindeuten können, durchsuchen wollen. Dies sei im Endeffekt der selbe Prozess, den Google seit Jahren für ihr Internetsuchprogramm anwendet.

Das Projekt wird sich dabei der (oft umstrittenen) Google-Cloud-Plattform Google Genomics bedienen, die es allen Menschen ermöglicht, ihr eigenes Genom zu digitalisieren und abzuspeichern. David Glazer, Gründer von Google Genomics, erklärt, dass die Cloud in diesem Fall nicht nach Schlagwörtern sonder nach speziellen Regionen und Sequenzen eines Genoms durchsucht werden kann.

Google leistet hierbei durch die Bereitstellung der Cloud einen enormen Beitrag, da ein menschliches Genom bis zu 100 Gigabyte groß sein kann und Genforscher bis heute Probleme mit der Abspeicherung und Durchsuchung dieser Datenmassen haben. Dabei kann der Multikonzern einmal zeigen, wie fit seine Clouds wirklich sind, währenddessen gleichzeitig ein wichtiger, medizinischer Beitrag geleistet wird.

Da Forscher in den letzten Jahren immer öfter dazu übergingen, Biologie mit Hilfe enormer Rechenleistungen und Kalkulationen zu betreiben, ist es wohl nur eine logische Erweiterung, die technologischen Kapazitäten von Internetdienstleistern für ihre wissenschaftliche Arbeit zu verwenden. Laut Rob Ring erkannten die Genetiker nämlich folgendes: “We realized that some of our biggest biology problems were really big data problems.”

Quelle: http://www.wired.com/2014/12/google-opens-cloud-crack-genetic-code-autism/


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