First Person Lover: Ein Ego-Shooter voller Liebe und Fashion

Wenn man an Ego-Shooter denkt, fallen einem militärische Spieleserien wie Call of Duty oder gewaltbereite Science-Fiction-Shooter wie Halo ein. Der schwedische Sportbekleidungshersteller Björn Borg verwendet das von Gewalt und Kampf gekennzeichnete Genre in Form eines gratis zur Verfügung gestellten Browsergames nun als geschickte Werbestrategie.

Was dabei herauskommt, ist ein so genanntes, von Isbit Games entwickeltes „Fashion-Game“, in dem der Spieler eine von Hass regierte Welt mit Liebe überschüttet und negative Gefühle mit der Mode von Björn Borg bekämpft. Der spielbare Charakter wandelt dabei in selbst gewählter Bekleidung aus der neuen Borg-Kollektion durch die Welt und verschießt sprudelnde, rosafarbene Liebe in Form von Küssen, Blasen und Blütenblättern.

Die getroffenen Individuen werden dabei entkleidet und vom Spieler durch weiteren Beschuss mit neuer Mode der Firma Björn Borg ausgestattet. Mithilfe der intuitiven Steuerung kann zwischen den verschiedenen Waffen (Kiss Gun, Bubble Blaster, Blüten-Shotgun, Regenbogenarmbrust und Teddy-Granate) hin und her gewechselt werden. Dabei wird dem Spielekonzept folgend niemand getötet, sondern ausschließlich von der langweiligen Einheitskleidung befreit.

Die im Spiel verbreitete Werbung ist hierbei nicht aufdringlich sondern bleibt im Hintergrund. Kaufaufforderungen und Werbesprüche fehlen gänzlich (wobei natürlich die Möglichkeit besteht, die im Spiel vorkommende Mode per Mausklick zu kaufen, jedoch findet diese Kauferleichterung im Hintergrund statt und wird nicht andauernd während des Spielens angekündigt). Dass der Liebes-Shooter Unterhaltungswert hat, zeigt auch der Erfolg des PC-Gratistitels, der einfach im Browser ausgeführt werden kann.

Björn Borg gab nämlich vor ein paar Tagen bekannt, dass Menschen aus über 176 verschiedenen Ländern das Spiel angetestet haben. Zudem gibt es Millionen Views für Gameplayvideos und Screenshots auf Youtube und vielen sozialen Netzwerken.

Die Entwickler von Isbit Games sehen das Spiel als Parodie auf die äußerst brutale Mörder-Simulation Hatred, die von dem polnischen Studio Destructive Creations auf Steam Greenlight kürzlich angekündigt wurde und einiges an Kritik einstecken musste. Da sich Anhänger der Gamer-Gate-Debatte auf die Seite des gewaltverherrlichenden Spiels stellten, betont das liebesverherrlichende Spiel dadurch zusätzlich die feminine Seite von Videospielen.

First Person Lover zeigt uns Zockern und der Industrie wieder einmal auf, dass es sehr wohl Raum für erfolgreiche Nicht-Gewalt-Spiele gibt. Anscheinend sind die Menschen weltweit nicht nur an Gemetzel und Killer-Zockmaterial interessiert. Spiele, die Liebe und Zärtlichkeit zum Thema haben, könnten also durchaus auch zu Verkaufsschlagern werden.

Quelle: http://www.polygon.com/2015/2/11/8018325/first-person-lover-pc
Homepage First Person Lover: http://www.firstpersonlover.com/


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