Mangelnde Qualitätskontrolle bei Publishern?

Nach gleich zwei misslungenen Veröffentlichungen in einer Woche (siehe unsere Artikel zu Assassin’s Creed Unity und Halo: The Master Chief Collection) stellen wir Spieler uns die Frage, ob Publishergiganten wie Ubisoft und Microsoft sich überhaupt noch für die Konsumenten ihrer Produkte interessieren. Wie sonst soll erklärt werden, dass halbfertige Spiele zu teuer veranschlagten Preisen auf den Markt gebracht werden?

Da sich die Zahl der zum Veröffentlichungszeitpunkt stark fehlerhaften Spiele in den letzten Jahren schon nahezu exponentiell erhöht hat (siehe zum Beispiel Gothic 3, Fallout: New Vegas, Fable 3, Sim City 4 usw. usf.), stellt sich die Frage, wie und woraus diese Ignoranz der Firmen gegenüber ihren Kunden herangewachsen ist.

Anstatt jedoch den Fehler immer bei den Herausgebern der Videospielindustrie zu suchen, können wir einmal durch rationale Überlegungen unsere Position in diesem Wirtschaftskreislauf erörtern. Da bekannterweise die (Geschäfts)Welt von Geld regiert wird, muss es den Anbietern dieser unfertigen Produkte möglich sein, mit ihren defekten Gütern Gewinn zu erzielen. Daraus kann man schließen, dass es heutzutage genug Menschen gibt, die diese zu Beginn ihrer Lebenszeit sehr fehlerhafte Ware kaufen.

Verleger von Videospielen preisen ihre Kreationen schon Monate, oftmals auch Jahre, vor dem endgültigen Release als große Errungenschaften der Moderne an. Und wir, als mündiger Bestandteil eines globalen Wirtschaftssystems, werden von dieser Bewerbung stark beeinflusst. Durch die propagierte Genialität des Produkts wird uns als Käufer gesagt: „Du musst das haben, und zwar so schnell als möglich!“ So funktioniert Werbung seit jeher, nur kommt ihr Erfolg auch immer auf die Reflexion und Beeinflussbarkeit der Käufer an.

Also stellt sich die Frage: Ist es so einfach, uns an der Nase herumzuführen? Die kurz nach der Veröffentlichung bekannt gegebenen Umsatzzahlen vieler zu Release fehlerhaften Spiele geben uns eine klare Antwort: Ja, das ist es. Wir selbst haben zur derzeitigen Situation auch etwas beigetragen: Durch frühzeitig terminierte, unüberlegte Kaufhandlungen sind eigentlich ausschließlich wir dafür verantwortlich, dass große Publisher an schlechten Spielen gutes Geld verdienen.


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