Zak McKracken: Unentbehrliches Point-and-Click Adventure aus dem Hause LucasArts

In dieser Retro-Ausgabe behandeln wir ein Point-and-Click Adventure, das schon oft als eines der besten Spiele seines Genres bezeichnet wurde. Das damalige Entwicklerstudio Lucasfilm Games (später: LucasArts) veröffentlichte Zak McKracken and the Alien Mindbenders erstmals im Oktober des Jahres 1988 für den Commodore 64, worauf Zweitveröffentlichungen für MS-DOS, Amiga und Atari ST im Jahre 1989 folgten. Zu guter Letzt wurde 1990 sogar eine Adaption mit 256-Farb-Grafik für den japanischen FM-Towns-Computer produziert.

Das Spiel entführt uns in ein fiktionales Universum des Jahres 1997, in dem der (etwas frustrierte) Protagonist Zak McKracken als Journalist für die Zeitschrift National Inquisitor arbeitet. Mit Hilfe der Wissenschaftlerin Annie Larris und den Studenten Melissa China und Leslie Bennett soll Zak die Welt vor gefährlichen Aliens bewahren, die durch über das irdische Telefonnetz verschickte Strahlen die Menschheit verdummen wollen. Dafür brauchen die drei Erdenbürger ein sogenanntes „skolarisches Gerät“, dessen Einzelteile quer über die Welt und den Mars verteilt sind.

Zur Umsetzung des Plots werden verschiedene Legenden und wissenschaftliche Rätsel, wie zum Beispiel das Geheimnis von Stonehenge oder der Mythos um das vermeintliche Marsgesicht, herangezogen. Daher wird der Spieler alle möglichen Schauplätze auf der Erde und dem Mars in einer wahnwitzige Odyssee, einer minimalistischen Ausführung von Per Anhalter durch die Galaxis ähnlich, besuchen. Das Ziel besteht darin, alle Teile zum Zusammenbau des skolarischen Geräts zu finden, um die Menschheit vor der absoluten Verblödung zu retten. Unter dem Motto „Manche Wesen haben Nerven!“ (Zitat aus Zak McKracken) wird so ein lustiger Weltraumepos mit der Erde als Mittelpunkt erschaffen.

Das visuelle Erscheinungsbild des Spiels ist (vor allem für damalige Verhältnisse) sehr gut gelungen. Die Atmosphäre wird zusätzlich durch die Verwendung von geschnittenen Szenen, die liebevoll zur Erzählung der Geschichte beitragen, unterstützt. Die skurrilen Sprüche und die ulkigen Darstellungen der Charaktere geben dem Ganzen noch einen humorvollen Anstrich, der mit einem Schuss Irrsinn zu einem wirklich witzigen Plot verarbeitet wurde.

Da LucasArts nie eine Fortsetzung des Klassikers veröffentlichte, wurden in den letzten Jahren verschiedene Fanprojekte ins Leben gerufen. Dazu gehört unter anderem das erfolgreiche Freeware-Game Zak McKracken between Time and Space, das vom deutschen Entwicklerstudio Artificial Hair Bros. unter der Leitung von Thomas Dibke im Jahr 2008 für den PC bereitgestellt wurde.

Darin schlüpfen wir erneut in die Rolle des Journalisten Zak McKracken, der sich zu Beginn des Spiels im Jahr 2009 für die Recherchen an einem Artikel als blinder Passagier in einer russischen Frachtmaschine befindet. Das Flugzeug wird in einer der ersten Szenen von Außerirdischen festgehalten und betreten, jedoch wird der Sinn dieser Handlung nicht ganz klar. Im Anschluss daran erwachen wir in unserer Wohnung und werden durch eine Beule am Hinterkopf auf den Gedanken gebracht, dass das Erlebte nicht nur in einem Traum stattfand. Das Ziel des Spiels besteht fortan darin, dem Geheimnis des russischen Flugzeugs und seiner Alieninvasion auf die Schliche zu kommen.

Für alle Fans von Zak McKracken and the Alien Mindbenders kann das Spiel nur bestens empfohlen werden. Mit seinen zahlreichen Anspielungen auf das Original und den gut gewählten Sprechern für die synchronisierten Dialoge wird das Fanprojekt sehr clever und originell umgesetzt. Interessierte finden auf Golem einen Spieletest zu dem Freeware-Projekt, in dem einzig die etwas veralteten Grafiken und die Rätsel, die sich gegenüber dem Original nicht wesentlich verändert haben, bemängelt werden.


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