Never Alone

Das von Upper One Games entwickelte Spiel Never Alone ist eigentlich als kulturelles Lehrmaterial gedacht. Mit Hilfe des kleinen Mädchens Nuna und ihrem Polarfuchs zeigt es den Menschen vor dem Bildschirm die Geschichten, Traditionen und Lebensweisen der Inupiat, eines indigenen Volkes Alaskas. Die Kritiker der Seiten Polygon und Destructoid sind von dieser Idee sehr angetan, bemängeln jedoch die gameplaytechnische Umsetzung von Upper One Games. In ihren Rezessionen kann man zum Beispiel lesen, dass die Protagonistin Nuna und ihr Polarfuchs sich oft sehr schlecht steuern ließen und dass die im Singleplayer verwendete KI des Fuchses nicht sehr gelungen sei. Deshalb empfehlen beide Reviews, das Spiel zu zweit im Koop-Modus anzugehen.

Außerdem bemängeln sie die oft sehr einfachen Rätsel und die Umsetzung der Puzzleelemente. Denn trotz des Bildungshintergrunds des Spiels ist Never Alone ihrer Meinung nach immer noch ein Plattformer, und wurde von ihnen anhand der Erfahrungen mit diesem Genre bewertet. Allerdings bekam das Spiel zum Schluss immer noch gute Wertungen von Polygon und Destructoid, was auf die aufwändige Inszenierung und Verarbeitung des Inhaltes, also der Geschichten und Traditionen des Inupiat-Volkes, zurückzuführen ist. Des weiteren ziehen die Kritiker einen Vergleich zum damals sehr gut rezensierten Plattformer Limbo.

Der Reviewer der Seite psnation.com gibt dem Spiel sogar eine fast perfekt Wertung. Er ist begeistert von der Idee, ein Spiel als Unterrichtsmaterial zu verwenden. Die Arbeit, die Upper One Games zusammen mit Mitgliedern des Volkes der Inupiat geleistet hat, ist seiner Meinung nach ein Vorbild für eine neue, erwachsene Art von Spielen. Zu guter letzt erwähnen wir noch die Kritik von TheSixthAxis, die neben den schon genannten Dingen vor allem die audiovisuelle Darstellung des Spieles lobt. Nach der Meinung dieses Reviewers ist die Geschichte von Nuna und ihrem Fuchs sehr gut erzählt, was zu einer schönen und bezaubernden Gesamtatmosphäre beiträgt.

UPDATE 1 – Eigene Spielerfahrung:
Da ich das Spiel nun selbst angetestet habe, wollte ich noch eine kurze Stellungnahme dazu abgeben. Ich habe das Spiel am PC ausprobiert und nach der ersten Stunde muss ich sagen, dass ich begeistert bin. Ich kann über das Gameplay bei Verwendung eines Controllers keine Meinung abgeben, da ich mit Maus und Tastatur spiele, jedoch hatte ich im Großen und Ganzen keine oder nur minimale Probleme mit der Steuerung. Da die meisten der oben zitierten Reviews anhand der PS4-Version erstellt wurden vermute ich, dass die Steuerung am PC besser funktioniert.
Ich hatte wirklich Spaß daran, die kleine Nuna und ihren Polarfuchs (den ich liebevoll „Snjór“ getauft habe) durch den Schneesturm zu navigieren und die (wenn auch einfachen) Rätsel zu lösen. Aber was mir wirklich am besten gefällt sind die Videos und Interviews, die im Laufe des Spiels freigeschaltet werden. Sobald man einen gewissen Punkt erreicht, erscheint am Bildschirm eine Meldung, dass eine neue Komponente freigeschaltet wurde, die man mit Hilfe der Tabulator-Taste gleich ansehen kann. Diese kulturellen Einblicke, die durch Interviews von Mitgliedern der Inupiat-Bevölkerung gegeben werden, tragen zur Atmosphäre des Spiels bei. Sie sind nicht nur informativ sondern erzählen auch eine schöne Geschichte, die Geschichte eines Volkes, das mit der Natur und dem Leben sehr eng verbunden ist.
Das Spiel schaffte es, Erinnerungen an die verschneite Winterlandschaft meiner Kindheit zu wecken, was meine, durch das jetzige. trübe Herbstwetter eher schlechte Stimmung, sofort erhellte. Und das ist es, was meiner Meinung nach ein wirklich gutes Spiel ausmacht: Wenn ich davon so sehr berührt werde, dass sogar mein Gemütszustand dadurch verändert wird. Dies ließ mich sogar über den etwas simplen Aufbau der Rätsel hinwegsehen und machte Never Alone trotz der meist fehlenden Herausforderung zu einem einmaligen Erlebnis. Ich rate daher vor allem Menschen, die den Winter und den hohen Norden lieben, diesen Plattformer zu spielen.

Never Alone Audiovisuell verzaubernder Plattformer über die Geschichte der Inupiat. Einige Kritiker empfehlen, das Spiel im Koopmodus anzugehen. Release: 18.11.2014, Genre: Puzzle, Plattformer, Plattformen: PC, PS 4, Xbox One, Publisher: E-Line Media, Development: Upper One Games, PEGI: 12 uncut, USK: 6 uncut, Singleplayer: ja, Multiplayer: ja (Koop).
Polygon70
Destructoid70
TheSixthAxis80
PSNation95

2 Kommentare für diesen Beitrag

  1. Hört sich interessant an. Bezgl. Spielablauf scheint es in die selbe Kerbe wie Valiant Hearts zu schlagen. Das hat mir auch schon getaugt. Ich werde wohl einen Blick riskieren.

    DGS / Antworten
  2. Liest sich alles sehr viel vetsprechend. Ein spiel was ich ausprobieren werde.

    Timo / Antworten

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