Durchgefrorenes Teleskop wird Blick auf erstes Licht im Universum ermöglichen

Viele Forscher würden gerne wissen, was vor ca. 13,7 Milliarden Jahren, als das Universum seinen Anfang nahm, passierte. Das neue James-Webb-Space-Teleskop, das in einem von der NASA, ESA und CSA kooperativ durchgeführten Projekt gebaut wird, soll diesen Blick in die Vergangenheit ermöglichen.

Damit die Beobachtungen nicht von der durch das Hightech-Fernglas produzierten Infrarotstrahlung beeinträchtigt oder verfälscht werden, wollen die Wissenschaftler das Instrument im Weltall, ca. 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernt, einsetzen. Der genaue Beobachtungsposten ist der so genannte Lagrange-Punkt L2, der zwischen der Erde und der Sonne liegt.

Allerdings sind die Bedingungen, denen das Teleskop dort ausgesetzt sein wird, alles andere als gemütlich. Es wird nämlich auf der sonnenabgewandten Seite in einer Umlaufbahn um den L2-Punkt bei weniger als 50 Kelvin (-223,15 Grad Celsius) operieren. Daher müssen die Forscher sicherstellen, dass es seinen Dienst auch verrichten kann. Wie von Wired berichtet, haben NASA-Ingenieure in Vakuumräumen mit nachgestellten L2-Bedingungen im letzten Jahr verschiedene Komponenten getestet.

Nach Fertigstellung des Geräts soll es 100 mal so stark wie das Hubble-Teleskop sein. Somit kann auch sehr schwaches und altes Licht damit wahrgenommen werden. Außerdem wird das Instrument Atmosphären untersuchen um festzustellen, ob es dort Sauerstoff, Wasser oder sogar außerirdische Präsenz gibt. Die finale Montage des Geräts beginnt im Dezember 2014, jedoch wird es erst im Oktober 2018 in den Weltraum geschossen. Es bleibt abzuwarten, ob die Bilder des überdimensionalen Feldstechers auf die Existenz einer außerirdischen Lebensform hindeuten. Zumindest wäre dann die Meinung des Wissenschaftsausschusses des US-Repräsentantenhauses entkräftet, der im Jahr 2011 die Empfehlung gab, das Projekt aufgrund seiner explodierenden Kosten einzustellen.

Quelle: http://www.wired.com/2014/11/james-webb-telescope/


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