Geheime CIA-Operationen: Projekt MKUltra

Der amerikanische Geheimdienst „Central Intelligence Agency“, kurz CIA, hat im Laufe der letzten Jahrzehnte einige Geheimoperationen zu den unterschiedlichsten Themen, wie zum Beispiel dem Ausspähen der amerikanischen Bevölkerung oder dem wissentlichen Austesten gefährlicher Substanzen an der amerikanischen Bevölkerung, durchgeführt. Viele dieser Projekte kamen nur schleppend oder gar nicht ans Licht der Öffentlichkeit, aber wenn dies einmal der Fall war, wurden sie hitzig diskutiert und von vielen Institutionen und der gesellschaftlichen Mehrheit verurteilt.

Eines dieser Programme dauerte von 1953 bis 1964 und wurde unter dem Namen MKUltra bekannt. Der U.S. Senat führte in den Jahren 1976 bis 1977 eine Untersuchung zu diesem, damals geheimen, CIA Projekt durch, was wirklich Unglaubliches über den amerikanischen Geheimdienst zu Tage förderte. All diese Informationen wurden anschließend der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt, was den hohen Bekanntheitsgrad von MKUltra erklärt.

Das Programm selbst diente laut Angaben des CIA dazu, den geheimen Einsatz von biologischen und chemischen Substanzen voranzutreiben und zu entwickeln. Die Notwendigkeit dazu wurde damals aufgrund der russischen Bedrohung während des Kalten Krieges gesehen. Laut Angaben des Geheimdienstes hatten die Russen (und auch die Chinesen) damals Zugang zu solchen Substanzen und Methoden.

Jedoch schoss die CIA bei der Durchführung des Projektes weit über das Ziel hinaus. In den Jahren 53 bis 64 wurden Dutzende von Projekten durchgeführt, bei denen die Effekte von einigen biologischen und chemischen Stoffen an der amerikanischen Bevölkerung ausgetestet wurden, ohne dass die Experimentteilnehmer davon Kenntnis hatten. Aber auch wenn die Experimente wissentlich durchgeführt wurden, waren sie meist von ethischer und moralischer Fragwürdigkeit.

Zu den getesteten Substanzen gehörten auch halluzinogene Drogen wie LSD. Um ein Beispiel für ein solches Experiment anzuführen: Im November des Jahres 1953 wurden 10 Wissenschaftler, die im Dienste der CIA an der Entwicklung von biologischen Waffen arbeiteten, zu einer Konferenz am Deep Creek Lake in Maryland eingeladen. Was die Forscher nicht wussten war, dass ihre Getränke mit LSD versetzt wurden, um beobachten zu können, was die Droge für Auswirkungen auf die Wissenschaftler hat.

Dieses Experiment blieb für 9 der 10 unwissenden Teilnehmer ohne große Konsequenzen. Jedoch stellten sich bei einem Froscher der U.S. Army, Dr. Frank Olson, kurz nach dem Experiment Symptome von Paranoia und Schizophrenie ein, was ihn schlussendlich in den Selbstmord trieb. Damit noch nicht genug. Während der Durchführung des Experiments sowie während des Selbstmordes von Dr. Olson war der selbe CIA-Offizier anwesend, der jedoch nie in irgendeiner Art und Weise Teil einer Untersuchung war oder gar zur Rechenschaft gezogen wurde.

Im Verlauf von MKUltra wurden die Zuständigkeiten des Programms sogar noch erweitert. Zusätzlich zu dem Austesten der Konsequenzen einiger biologischer und chemischer Stoffe sollten auch noch folgende Effekte, Materialien und Methoden erforscht und getestet werden: die vergiftende Wirkung von Alkohol, leichtere Hypnotisierung von Menschen, bessere Widerstandsfähigkeit gegen Folter, Entbehrungen und Nötigungen, Herstellen von Amnesien, Herstellen von Schock- und Verwirrungszuständen über eine längere Zeitperiode, und das Herstellen von physischer Paralyse.

Sogar Universitäten, Gefängnisse und Krankenhäuser haben für die CIA Experimente im Rahmen von MKUltra durchgeführt. Wissenschaftler wurden mit der Zusage von Forschungsgeldern geködert, Krankenhäuser und Forschungsinstitutionen wurden auf andere Art und Weise zur Mitarbeit bewegt oder sogar gezwungen – meist durch die Zusage von öffentlichen Geldern.

Einige der 12 an MKUltra beteiligten Krankenhäuser führten zum Beispiel Experimente mit tödlich erkrankten Krebspatienten durch. Gefängnisinsassen, die vor ihrer Verurteilung drogenabhängig waren, wurden wieder und wieder ihrer alten Sucht ausgesetzt und unter Drogen gesetzt. Außerdem gab es noch Experimente mit Elektroschocks und Bedrohungstechniken, die oftmals mit Insassen von Psychiatrien durchgeführt wurden.  Die Auswirkungen dieser Elektroschocktherapien sind für die Patienten meist noch bis heute zu spüren und haben oft ihr Leben zerstört.

Insgesamt wissen wir heute von 149 Unterprojekten des MKUltra-Programms, die alle über die getesteten Verhaltensmodifikationen von Menschen berichten. Allerdings ist eine genaue Darstellung der Abläufe oft schwierig, da die CIA so gut wie alle dokumentierenden Materialien im Jahr 1973 auf Geheiß des damaligen CIA Direktors Richard Helms vernichtet hat.

Bis heute schafften es zwei von MKUltra betroffene Fälle vor den obersten Gerichtshof. Durch die mutmaßliche Vernichtung aller Indizienbeweise durch den amerikanischen Geheimdienst bleibt jedoch nicht zu hoffen, dass es noch mehr werden.

Quelle: http://gizmodo.com/project-mkultra-one-of-the-most-shocking-cia-programs-1370236359


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