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Schatten der Kolosse im Weltall: Fumito Ueda enthüllt „gen ATLAS“
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Schatten der Kolosse im Weltall: Fumito Ueda enthüllt „gen ATLAS“

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Von Redaktion videogames.de   08.06.2026 20:28 Uhr  
ca. 681 Worte   Lesezeit ca. 2 Minuten 30 Sekunden   Auf X teilen
Inhalt:
  1. Die Anatomie der Einsamkeit: Ein unendliches Meer und tote Riesen
  2. Das modulare Mecha-System: Eine Hommage an die Klassiker
  3. Epic Games als Partner: Das Ende der PlayStation-Exklusivität
  4. Release-Zeitfenster: Geduld bleibt die wichtigste Tugend

Die Spekulationen um das mysteriöse „Project Robot“ haben endlich ein Ende. Gaming-Auteur Fumito Ueda hat auf dem Summer Game Fest sein neues Werk gen ATLAS offiziell angekündigt. Das Studio genDESIGN liefert damit ein melancholisches Sci-Fi-Epos, das mit alten Exklusivitäts-Traditionen bricht und erstmals auch für Xbox-Spieler erscheint.

Es gibt Spieleentwickler, deren gestalterische Handschrift man nach nur einer einzigen Sekunde Trailer-Material zweifellos erkennt. Fumito Ueda gehört in diese seltene Riege. Der Schöpfer von zeitlosen, emotional aufgeladenen Meisterwerken wie ICO, Shadow of the Colossus und The Last Guardian hat nach fast einem Jahrzehnt des Schweigens den Vorhang für sein nächstes großes Projekt gelüftet.

Aus dem bisherigen, internen Arbeitstitel Project Robot wird gen ATLAS – ein Singleplayer-Open-World-Action-Adventure, das die bekannte, minimalistische Ueda-Formel in ein ungemütliches, aber faszinierendes Science-Fiction-Szenario verfrachtet. Der erste lange Gameplay-Trailer beweist, dass das Studio genDESIGN seiner Linie treu bleibt, gleichzeitig aber spielmechanisch völlig neue Wege einschlägt.

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Die Anatomie der Einsamkeit: Ein unendliches Meer und tote Riesen

Die narrative Prämisse von gen ATLAS greift Motive auf, die bereits Uedas frühere Arbeiten geprägt haben. Isolation, Orientierungslosigkeit und die Erhabenheit der Natur. Spieler erwachen völlig auf sich allein gestellt und ohne Erinnerungen auf der Oberfläche eines scheinbar verlassenen, stillen Planeten. Die Landschaft wird von einer drückenden, melancholischen Ästhetik dominiert. Endlose, karge Ebenen wechseln sich ab mit verfallenen Industrieanlagen und brutalen, monumentalen Megastrukturen, die in den Himmel ragen. Ein zentrales optisches und spielerisches Element ist ein sich ständig veränderndes, dynamisches Meer, das weite Teile der Spielwelt bedeckt. Überall auf der Oberfläche verstreut finden sich die Trümmer und Überreste eines gewaltigen, längst vergessenen Vorhabens. Doch die Einsamkeit trügt. Das Herzstück des Spiels ist die Interaktion mit kolossalen, mechanischen Robotern, die diesen Planeten bevölkern. Diese Maschinen sind jedoch keine seelenlosen Gegner, die es im klassischen Sinne zu bezwingen gilt. Ihre schiere, überwältigende Kraft verändert die Umgebung in Echtzeit. Sie reißen Strukturen nieder, legen neue Pfade frei und zwingen die Spieler dazu, die vertikale Geometrie der Spielwelt völlig neu zu begreifen und zu nutzen.

Das modulare Mecha-System: Eine Hommage an die Klassiker

Wer beim Namen Ueda ausschließlich an rein meditative Spaziergänge und sanftes Rätseldesign denkt, wird von den neuen Spielszenen überrascht sein. Der Trailer deutet eine deutlich actionreichere und mechanisch komplexere Dynamik an, als man es von früheren genDESIGN-Titeln gewohnt ist. Zu den gezeigten Szenen gehören unter anderem Schießereien von der Ladefläche rasender Transporter sowie wuchtige, physische Kämpfe gegen die mechanischen Riesen.

Besonders der spielerische Kniff hinter den Robotern sorgt in der Fachwelt für Aufsehen. Das System erinnert stark an klassische Mecha-Spiele wie Gigantic Drive. Ein zentrales Gameplay-Feature erlaubt es dem Spieler, den fliegenden Kopf des eigenen, kleineren Roboters abzukoppeln. Dieser Kopf dient als modulares Steuerelement, das auf die Körper anderer, gigantischer Mecha-Konstrukte aufgesetzt werden kann. Durch dieses „Kaper-System“ übernehmen Spieler die direkte Kontrolle über die gigantischen Maschinen, um deren spezifische Fähigkeiten zu nutzen, Hindernisse zu überwinden oder monumentale Kämpfe auszufechten. Diese Dynamik bringt eine völlig neue mechanische Tiefe in das vertraute Prinzip des „Erklimmens“ riesiger Kreaturen.

Epic Games als Partner: Das Ende der PlayStation-Exklusivität

Hinter den Kulissen markiert gen ATLAS einen historischen Wendepunkt für das Entwicklerstudio. Während Uedas frühere Meilensteine untrennbar mit der PlayStation-Marke und Sony Interactive Entertainment verbunden waren, geht genDESIGN diesmal einen komplett unabhängigen Weg. Das Spiel wird von Epic Games Publishing finanziert und als Multiplattform-Titel auf den Markt gebracht. Diese Partnerschaft ermöglicht es dem Studio, seine kreative Vision ohne die Einschränkungen einer Konsolenexklusivität umzusetzen. Fest stehen daher bereits die Plattformen für den Launch. gen ATLAS erscheint für die PlayStation 5, die Xbox Series X/S und den PC. PC-Spieler müssen sich aufgrund der Publisher-Struktur jedoch darauf einstellen, dass der Titel zum Launch zeitweise exklusiv über den Epic Games Store vertrieben wird.

Release-Zeitfenster: Geduld bleibt die wichtigste Tugend

Wie gewohnt lässt sich Fumito Ueda bei der Fertigstellung seiner Werke nicht hetzen. Ein konkretes Veröffentlichungsdatum oder ein enger eingegrenztes Release-Zeitfenster wurden im Rahmen der Ankündigung nicht genannt. Angesichts der historisch langen und akribischen Entwicklungszyklen des Teams sollten Fans auch dieses Mal etwas Geduld mitbringen. Der gezeigte Zustand des Gameplays macht jedoch deutlich, dass das Projekt bereits weit fortgeschritten ist und das Fundament für ein neues, wegweisendes Meisterwerk steht.